SPRACHE IM RAUM: NEUE ANSÄTZE
Forschungstagung für Doktorierende oder kürzlich Doktorierte
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Institut für Spanische Sprache und Literaturen der Universität Bern, Abteilung Linguistik. Bern, Schweiz
1. Dezember 2011
Die Verbindung zwischen Sprache und Raum als linguistischer Untersuchungsgegenstand beginnt im 19. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Dialektologie, wo der Raum als rein topologische Einheit betrachtet wird, deren Merkmale den Sprachgebrauch des Individuums beeinflussen und konditionieren. Die Darstellung von dialektalen Informationen auf einer Kartenoberfläche als dialektologische Methode verdeutlicht die Absicht, einen direkten Bezug zwischen Sprachgebrauch und Wohnraum einer Person herzustellen.
In der Soziolinguistik, welche ihrerseits aus dem Linguistic Turn heraus entsteht, bekommt der Faktor Raum eine soziale Dimension, indem er zusammen mit der sozioökonomischen Schicht und dem Alter eines Sprechers als grundlegende Variable für die Erklärung des Sprachwandels und seiner Verbreitung angesehen wird.
In den letzten zehn Jahren hat die Betrachtung des Raumes sowohl in den Sozialwissenschaften allgemein als auch in der Linguistik in Disziplinen wie der Soziolinguistik, der Diskursanalyse und der Interaktionslinguistik einen erneuten Aufschwung erfahren. Aus der modernen Perspektive wird der Raum nun jedoch nicht mehr als rein topographischer oder sozialer Zustand, sondern vielmehr als aktives Element der Kommunikation betrachtet, welches den Diskurs und die Interaktion grundlegend beeinflussen und verändern kann.
In diesem Sinn wird zum Beispiel die Bedeutung des Raumes für die Definition einer soziokulturellen oder lokalen Identität, für die Wahrnehmung des "Anderen" und die Bildung oder Verstärkung von Stereotypen im öffentlichen urbanen Raum untersucht, aber auch seine Funktion im Bezug auf die Verbindung zwischen sprachlichen und anderen semiotischen Faktoren in der Produktion und Interpretation von Diskurs, sowie in den verschiedenen Zusammenhängen zwischen sozialer Interaktion und dem Raum, wo diese stattfindet.
Diese Forschungstagung richtet sich an Doktorierende oder Doktorierte der Romanistik, welche unter dem beschriebenen Interpretationsansatz der Verbindung von Raum und Sprache tätig sind. Sie soll eine Plattform bieten für die Präsentation laufender oder unlängst abgeschlossener Arbeiten, die sich konkreter theoretischer oder methodologischer Probleme annehmen, welche sich im Verlauf eines Projekts oder einer bestimmten Forschungstätigkeit gestellt haben und die Anregung zur Diskussion und zum Austausch zwischen Nachwuchsforschenden geben sollen. Von besonderem Interesse sind dabei Arbeiten mit einem interdisziplinären Ansatz.
Wir freuen uns, folgende Wissenschaftler an unserer Tagung begrüssen zu dürfen:
Prof. Dr. Elwys De Stefani (Lingüística interaccional, Universität Bern)
Dr. María Elena Placencia (Pragmática, Brickbeck University of London)
Dr. Katja Ploog (Soziolingistik, Université Besançon)
Prof. Dr. Carsten Sinner (Lingüística de la variación, Universität Leipzig)
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